Dienstag, 4. November 2014

Nürnberg

Als ich gestern auf den Kalender blickte, stellte ich fest:
Vor exakt einem Jahr ging es los mit meiner Reise. Um diese Zeit kam ich gerade in Bangkok an und war mir noch nicht sicher auf was ich mich da eigentlich eingelassen hatte.

Nachdem ich immer erzählt habe, was mir unterwegs so aufgefallen ist, ist es eigentlich nur konsequent auch noch zu schreiben, was mir in der Heimat plötzlich auffällt wenn man nach neuneinhalb Monaten wieder zurückkommt.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

Da wäre zunächst mal der Straßenverkehr. Selbst im unübersehbaren Chaos der südostasiatischen Straßen habe ich innerhalb von drei Monaten gerade mal zwei Unfälle gesehen. In Nürnberg in nur fünf Wochen ganze sechs.

Das Rotlicht an der Ampel für Autofahrer wird sehr großzügig gehandhabt. Angehalten wird eigentlich nur dann konsequent wenn hinter einem ein Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene kommt. Dafür wird die Hupe recht gerne verwendet, aber nicht dieses dezente "vorsicht"-Hupen, sondern eher ein penetrantes "Ich hab recht"-Hupen (auch dann wenn es gar nicht zutrifft.).

In Singapur hatte ich über die unzähligen Warn- und Hinweisschilder gelästert. Hier sind wir schon auf einem guten Weg: Seit kurzem gibt es in der U-Bahn Warnhinweise auf den Spalt zwischen Tür und Bahnsteig.
Hinweisschilder in Deutschland

Dafür werden hier die echten Probleme lautstark mit allen geteilt: "Der Bus is scho wieda 2 Minuten zu spät!!". Und als ich dann auch noch im Aldi mitbekommen habe, dass der Käufer eines 14,95-Euro-Radios die Kassiererin anblaffte: "Wenn des fei net funktioniert, dann bring ich das fei wieder zurück" bekam ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht... bei dem Gedanken, dass ich wirklich freiwillig zurückgekommen bin. :-)

Zum Thema Sicherheit war ich sehr verblüfft, als ich in einem englischsprachigen Backpacker-Reiseführer für Deutschland unter anderem las, man solle aufpassen, dass der Taxifahrer auch wirklich den Taxameter einschaltet oder den Fahrpreis vorher aushandeln und keinesfalls nachts alleine U-Bahn fahren. Mit anderen Worten, es wird genau vor den gleichen Gefahren gewarnt wie in anderen Ländern, nur liest man seltener einen Deutschlandreiseführer.

Und zum Schluss die Frage, welche mir am häufigsten gestellt wird: Wo war es am schönsten: Keine Ahnung! Es gab so viele schöne Orte die fast alle auf ihre eigene Art am schönsten waren. Aber mit Abstand am häufigsten denke ich an die Tierauffangstation in Moin, Costa Rica zurück, an Saharry das Faultier und Mogli das Brülläffchen.

(und jetzt vor einem Jahr war ich gerade mit dem Japaner Yuichi aus meinem Dorm unser erstes thailändisches Bier trinken.)

Dienstag, 2. September 2014

Hostel-Special

Mittlerweile bin ich wieder in Nürnberg angekommen und wurde von einem grossen Begrüssungskomitee am Flughafen empfangen. Meine Wohnung habe ich wieder und bin am Einräumen wobei viele Sachen, die ich aus den Kartons ziehe gleich wieder zurück auf den Dachboden oder ganz in den Müll wandern, da ich jetzt lange genug Zeit hatte zu merken was man alles nicht braucht.

Die Fotos sind zwar noch nicht komplett sortiert aber zumindest schon mal gesichtet, so dass jetzt das Hostel-Special kommt, sowie einige weitere Kuriositäten die ich gefunden habe.

Ein typischer Tag im Hostel:

  • 15:00 ich checke ein und bekomme ein Zimmer zugewiesen.
  • 15:05 im Zimmer sieht es aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, zwischen der benutzen und unbenutzten Wäsche schimmert gelegentlich noch der Fußboden hervor. Einige haben ihr Bett gleich ganz verhängt. Es gibt nur zwei Steckdosen, dafür liegen aber mehrere Mehrfachsteckleisten voll mit Handynetzteilen (aber ohne Handys) kreuz und quer im Zimmer. (Was für den Liegestuhl das Handtuch ist, ist wohl das Netzteil für die Steckdose) 
    das Beste: Hier gab es nicht einmal Empfang
     


















  • 17:00 Der Kiwi-Experience-Bus kommt an und lädt ein paar Partybackpacker aus. Die Mädels belegen für die nächste Stunde das Bad um sich zu schminken und Selfies zu machen, der Rest macht erst mal ne Flasche Whiskey im Zimmer nieder.
  • Hostel in Luaprabang
  • 20:00 Ein Mädel fängt an zu packen, da sie am nächsten Tag früh los muss, verliert aber mittendrin die Lust und geht lieber mit ein paar Freunden aus.


  • 22:00 Im Nachbarschlafraum quietscht die Matratze laut und rhythmisch. 


  • 23:00 Jemand skyped lautstark mit dem Laptop im Bett. (Kopfhörer sind unnötig, die anderen möchten auch die ganze Konversation mitbekommen)


  • 00:00 Ein Australier kommt sturzbetrunken ins Zimmer (ich wusste doch gleich, dass Freibier in der Hostelbar keine gute Idee ist) und sucht laut fluchend nach seinem Pullover. Danach tritt er noch seinen Rucksack ein bisschen durchs Zimmer und verschwindet wieder. Die Tür trifft er immerhin schon beim zweiten Versuch.

Prinz auf der Erbse??

  • 00:30 Der Australier kommt mit einer weiteren Flasche Bier zurück (wer um alles in der Welt, hat dem in seinem Zustand noch etwas verkauft...?!)


  • 03:00 Das Mädel von 20.00 ist zurück und nimmt seinen Packvorgang wieder auf (ein Hoch auf raschelnden Plastiktüten!)

Hostelanleitung in Hanoi

  • 05:00-05:30 Ein Wecker geht los. Der Besitzer macht ausgiebig Gebrauch von der Schlummertaste, damit der ganze Schlafsaal im fünf-Minuten-Takt etwas davon hat.


  • 06:00 Zwei Backpacker stehen auf und reisen ab, nicht ohne sich dabei lautstark zu unterhalten.


  • 07:00 Vom oberen Stockbett beginnt es auf mich herunterzutröpfeln, dem Geruch nach ist es das was ich fürchte, dass es ist.


All das ist zwar wirklich passiert aber zum Glück nicht in einer einzigen Nacht sondern über die ganzen neun Monate verteilt. Tatsächlich waren die meisten Backpacker rücksichtsvoll und die meisten Hostels sehr angenehm. Ich habe nur dreimal einen Scharcher im Zimmer gehabt und nur ein einziges mal eine durchgelegene Matratze. Dafür waren persönliche Steckdose und Leselicht am Bett keine Seltenheit. Auch der klassische Jugendherbergsschlafsack hat ausgedient. Lediglich in einem einzigen Hostel wurde er noch benutzt, sonst gab es überall richtige Bettwäsche.
Hausordnung im Hostel in Sydney

Zimmer in Sydney (vergleiche Hausordnung rechts)


er hat nur 5 Minuten dafür gebraucht


Dachterrasse in Auckland
unruhige Nächte garantiert?


Chiang Khong: Die Räume wurden auch
stundenweise vermietet :-O
Hängemattenhostel in Puerto Viejo

Pakbeng
Alice Springs
Vangviang
Kuching


Hobart (mal ein Einzelzimmer)


Oamaru




Traveler Oasis in Cairns

Franz Josef (NZ)
Queenstown
Hawaii: dies Hostel war mal eine Feuerwehr
Rotorua (NZ)

Sonstige Kuriositäten:

Diese unscheinbare Türe ist in Bangkok der Eingang vom Busterminal zum Großflughafen:

Kann sich noch jemand daran erinnern, als man als Boardingpass eine schicke Karte bekam? So einen Einkaufskassenbon bekommt man mittlerweile bei einige Airlines:


Schlimmer war nur das:

Und für den Flug gibt es in Australien jetzt konzentriertes Wasser (einfach Wasser hinzufügen...) am Automaten zu kaufen (ich wünscht ich hätte es mir ausgedacht):

In Harvey Bay wurde ich von zwei Spanierinnen eingeladen, die ich in Tasmanien kennengelernt hatte. Ich habe mich dann aber lieber doch für einen anderen Rotwein als Mitbringsel entschieden als diesen:

Wenn mann ein Selfie macht sollte man sich vorher erst mal umschauen:

Mittwoch, 20. August 2014

New York

Dies ist mein letzter Blogeintrag von unterwegs (keine Sorge Sandy: das Hostel-Special wird nachgereicht ;-) )auch wenn ich heute morgen schon kurz davor war den Rückflug zu canceln nachdem ich zwei deutsche Pärchen am Frühstueckstisch hatte, deren einzige Themen Cholesterinspiegel und Genörgel ueber das Essen waren.

Dies ist inzwischen mein sechster Besuch in New York, das machte man mir auch an der Grenzkontrolle klar, als man mich diesmal kurzerhand zur Schlange für Einwohner schickt wo man am Automaten immigrieren kann. Trotzdem gibt es im Big Apple jedesmal genug neues zu entdecken:
So hat sich am Ground Zero sehr viel getan: Das One World Trade Center ist so gut wie fertig und zwei riesige Brunnen stehen jetzt auf der Grundfläche der ehemaligen Zwillingstürme.
One World Trade Center

Inschrift mit den Namen der Opfer

Brunnen auf der Fläche vom ehemaligen Tower 1

Das 9/11/-Museum hat vor einigen Monaten aufgemacht. Zusammen mit Maria (die ich vor einigen Jahren in New York kennengelernt habe) habe ich die Ausstellung besucht. Über fünf Stunden verbringen wir in dem unterirdischen Museum zugebracht welchen sich unter den Brunnen befindet. Hier kann mann dann auch Fundamentreste der Türme sehen und es fällt schwer sich bewusst zu werden, dass dies wirklich noch stehengebliebene Reste des Turms sind und nicht Stücke, die man hierher gebracht hat)
9/11/ Museum, links, die alte Slurry Wand

Teile des Fundaments des Turmes

Feuerwehrwagen, vom einstürzenden Turm zerstört

Am nächsten Tag bin ich in "The Cloisters", einer mittelalterlichen Klosteranlage aus dem 20. Jahrhundert in der man allerhand Artefakte aus Europa zusammengek...sammelt hat. (Entsprechend häufig sind auch Stücke aus Nürnberg zu sehen)

The Cloisters, Innenhof

The Cloisters
Ansonsten versuche ich mich verzweifelt mit dem Gedanken anzufreunden, dass mein Flieger in knapp 24 Stunden geht und ich wieder zu einem geregelten Leben zurückfinden muss. Mit dem einem Zitat aus dem Lied "kein Zurück" von Wolfsheim hat dieser Blog angefangen, mit einem Zitat aus diesem Lied soll er auch enden:

"...und was wie ewig schien ist schon Vergangenheit."
Ich hab Mundi die Highline gezeigt

Interessante Dachkonstruktion der Messehallen

Dies ist gerade mein (und Mundis) Ausblick während ich diesen Artikel schreibe

Donnerstag, 14. August 2014

Galapagos

So verzweifelt ich auch gerade auf den Kalender vor mir schaue, so muss ich doch feststellen, dass in einer Woche alles schon wieder vorbei ist. Der Rückflug mit Air Berlin (die einzige Airline, bei der man erschwingliche Einzelflüge zwischen USA und Europa buchen kann!) ist gebucht und am 22. werde ich wieder in Nürnberg landen. Aber nichts desto trotz kommt hier noch der letzte Blogeintrag aus Ecuador.
Auf dem Festland habe ich nicht mehr so viel gemacht. Erwähnenswert wäre der Tiermarkt in Cuenca und eine alte sehr weitläufige Hacienda in der ich mit ein paar anderen Leuten zwei Nächte bleibe.


Zu den Gebäuden auf dem Gut gehören auch eine alte Kirche und eine alte Kapelle. Um so mehr Spaß hat es gemacht in den alten und teilweise unheimlichen Gebäuden nachts Verstecken zu spielen (okay, der Wachmann war nicht so amused ;-) ). Über das furchtbare Geheimnis von Zimmer Nummer fünf erzähle ich mal persönlich...


Und natürlich darf auch ein Ausflug zur Mitte der Erde nicht fehlen. Wobei es diverse Orte dafür gibt. Die letzte Linie wurde per GPS vermessen während die Vermessung während des 18. Jahrhunderts einige hundert Meter danebenliegt. Es werden auch verschiedene "Experimente" gezeigt, die die Kräfte auf dem Äquator zeigen sollen, z.B., dass man die Arme eines Menschen der direkt auf der Linie steht wesentlich leichter nach oben biegen kann als von jemandem der daneben steht (vor allem dann wenn man beide male verschieden ansetzt also einen ganz andere Hebelwirkung nutzt.... aber okay, war bestimmt nur Zufall ;-) ). Auch der Trick mit dem Wasser welches einmal in und einmal gegen den Uhrzeigersinn abfließt wird gezeigt. Und vorsichtshalber wird auch gleich darauf hingewiessen, dass der Effekt beim heimischen Klo natürlich nicht so einfach festzustellen ist (ach was...)

Dann kommt auch schon der letzte Höhepunkt meiner Reise: Galapagos! Eine Inselgruppe, bei der jede eine ganz eigene Flora und Fauna hat, je nachdem welche Arten gelandet oder ausgeblieben sind. Beispielsweise gibt es keinerlei bunte Blüten, aus dem einfachen Grund, weil es bis jetzt keine Bienen gibt die sie anlocken könnten.

Die Tierwelt auf Galapagos kennt wenige bis keine Feinde, weswegen man den Tieren näher kommen kann als anderswo. Selbst junge Muttertiere zeigen keine Flucht- oder Angriffsreaktion wenn man ihnen auf 1-2 Meter nahe kommt. Man muss eher aufpassen, dass man nicht versehentlich mit einem Tier zusammenstößt. So kann man mit Schildkröten, Pinguinen und Seelöwen schnorcheln und schwimmen gehen. Gerade letzteres sind äußerst neugierig und verspielt und wenn man an einem der Strände eindöst kann es schon mal vorkommen, dass man beim Aufwachen direkt in die Augen eines Seelöwen blickt. Die Behörden tun einen guten Job, die Besucheranzahl zu begrenzen und die Boote gleichmäßig über die Inseln zu verteilen, so dass man nie mehr als zwei weitere Boote auf einer Insel hat, meistens aber weniger. Das letzte Hightlight kam am letzten Tag: Eine Gruppe Delfine begleitete uns plötzlich und vollführt Sprünge neben dem Boot.

Aber genug erzählt, wir lassen die Bilder sprechen:








Blaufusstoelpel

muss wohl ein Mädchen sein

das Postfass, hier hinterließen Schiffe einst Post für andere Schiffe





bei der Eiablage



kein Photoshop, ich schwoere

red sand beach