Sonntag, 30. März 2014

Rainbow Beach nach Cairns

Nach einer kurzen Verabschiedung geht es Nachmittags mit dem Nachtbus weiter nach Hervey Bay und von dort aus nach Airlie Beach. Leider ist diese Reiserichtung so beliebt, dass die Nachtbusse fast immer voll sind. Tipp: Besser nach Cairns fliegen und von dort aus nach Süden reisen, dann hat man mehr Platz im Bus.

Airlie Beach besteht im Prinzip fast nur aus einer großen Hauptstraße in der sich sämtliche Hostels, Bars und Nightclubs versammeln. Damit wären die möglichen Aktivitäten auch fast schon erschöpft. Die Filiale einer großen australischen Supermarktkette eröffnet hat ihr Geschäft auch erst als ich wieder abreise. Einen netten Strand gibt es noch aber nach kurzem Studium einer der vielen Warntafeln beschließe ich spontan doch auf das Baden zu verzichten.

Hübscher Strand ....

... mit ermutigenden Schildern.

Die Befürchtung, dass ich hier vier Tage verbringen muss hat sich erstaunlich schnell erübrigt: Nach einer ausgiebigen Studie meines Kalenders stelle ich fest, dass es zu einer wundersamen Monatsverlängerung gekommen war: Zum einen hatte mir die Reiseagentur eine dreiäegige(und -nächtige) Bootstour verkauft aber zusätzlich für die dritte Nacht noch ein Hostel, zum anderen hatte ich für eine der Nächte die ich im Nachtbus verbringen wollte versehentlich auch eine Hostel gebucht. Nach der Reklamation beim Reisebüro und kurzem Kontakt mit dem Hostel stand fest, dass ich hier nur 3 Tage verbringen muss, leider aber auch, dass mir für Cairns bloß 2 Tage bleiben. Abends treffe ich mich mit den beiden Spanierinnen, die ich aus Tasmanien kenne und die zufälligerweise auch gerade hier sind. Facebook sei Dank.


Am nächsten Tag heißt es dann sich für die Bootstour fertig zu machen. Erstes Problem: Rucksäcke mit Reißverschluss sind verboten und eine teure bedruckte Souvenirtasche will ich nicht. Aber zum Glück hat die lokale Bäckerei für zwei Dollar Baumwolltaschen im Laden. Auch wenn der Blick der Verkäuferin auf meine Frage ob ich zu meinem Cappuccino eine Tasche haben könne etwas merkwürdig ist ;-)
Mein Bootgepaeck. Mundi musste leider zuhause bleiben.

So wird dann alles umgepackt, der Rucksack eingelagert und auf der Anaconda III eingeschifft. Apropos schiffen: Unsere Toilette auf dem Schiff stinkt furchtbar aber sonst ist alles ganz okay. Die 31 Leute mit denen ich die nächsten Tage das Schiff teilen sollte kommen aus allen Altersklassen, ich bin diesmal also nicht der Älteste an Board. Über drei Tage (im Gegensatz zu den meisten anderen Schiffen, sind es hier tatsächlich 3 volle Tage, i.S.v. 72 Stunden) geht es dann auf große Fahrt, erst zu Whitsunday Island, welche für ihren außerordentlich feinen und reinen Sand berühmt ist, welchen man nicht mitnehmen darf es sein denn, man schießt ihn in den Weltraum. (Die Linse des Hubble Teleskops wurde daraus gegossen) Anschließend zum Outer Great Barrier Reef. An jeder der Anlegepunkte darf man Schnorcheln oder tauchen wenn man will. Natürlich will ich mein Tauchzertifikat von Sandy und Stefan jetzt endlich mal nutzen und tauche viermal unter. Ehrlicherweise muss ich aber sagen: Wenn man davor mal am roten Meer getaucht hat, ist das Great Barrier Reef eher ein bisschen enttäuschend.


unser Boot, die Anaconda III (was ist eigentlich aus I und II geworden??)


Vorbereitung zum Nachttauchen


unsere Route





Mundi hat einen Elefanten in seiner Groesse gefunden ;-)
Leider gehen die Tage viel zu schnell vorbei und so treffen wir uns schwankend (es dauert doch erstaunlich lang bis man sich wieder auf Land-Modus umgestellt hat) zu einer kurzen Abschiedsfeier in einer lokalen Bar, bis ich mich zum Nachtbus nach Cairns aufmache. In Cairns selber wollte ich noch einen Ausflug nach Daintree Forest machen, aber da ich leider nur noch 2 Nächte hier habe, werde ich lieber mal ausspannen und meine Sachen für Neuseeland regeln. Unterkunft & Mietwagen sind bereits gebucht und nach ganz unterschiedlichen Berichten über Neuseeland (Hallo Katja und Wolfgang ;-), gute Heimreise!!!) bin ich wirklich schon gespannt wie meine eigene Meinung ausfallen wird.


Halbzeit

Ich kann es nicht glauben, tatsächlich ist jetzt schon die Hälfte meines Trips vorbei und es wird Zeit mal erste Bilanz zu ziehen. Vieles lief wesentlich unproblematischer als gedacht. Es hat bis jetzt einen riesen Spaß gemacht, ich habe viele nette Leute kennengelernt und einige auch wiedergetroffen und festgestellt mit wie wenig Sachen man eigentlich auskommt. Natürlich gab es auch Momente an denen ich mich einsam gefühlt habe oder mich gefragt habe was ich hier eigentlich mache, aber das waren seltene Ausnahmen.

Weil mich einige gefragt haben ob ich schon reisemüde bin: Nein definitiv nicht. Manchmal wenn ich irgendwo neu angekommen bin hat sich zwar eine gewisse Lethargie eingestellt, aber das war schon von Anfang an so und hält meistens auch bloß 0.5-1 Tag an, bis man mal seine Reiseführer durchgesehen hat und sich im Hostel und der Touristinfo mit Broschüren eingedeckt hatte. Dann hatte ich immer relativ schnell eine Vorstellung davon wie es die nächsten Tage weitergehen wird. 

Was ausblieb ist bis jetzt die große Selbstfindung oder plötzliche Erkenntnis wie es danach weitergehen soll. Aber eigentlich war das auch gar nicht das Ziel des Ganzen. ;-) 

Überraschungen gab es eher bei den Eindrücken der Reiseziele: Dafür, dass Australien eigentlich das Ziel des Ganzen war und der Rest der Reise drum herum gebaut wurde habe ich festgestellt, dass ich mich in Südostasien wesentlich wohler gefühlt habe und von Australien stellenweise sogar enttäuscht war und ich frage mich manchmal was der grössere Rip-off ist: Der Tuktuk-Fahrer der versucht einen beim Fahrpreis übers Ohr zu hauen aber brav von A nach B bringt und abends von B wieder abholt oder die Tourismusindustrie die mit Gewalt versucht möglichst viel vollgepackte Touren für viel Geld zu verkaufen mit Aktivitäten die man teilweise gar nicht haben will.

Schnellkurs für Tourismusmarketing in OZ: 
Bei jeder Tagestour muss _mindestens_ einer der folgenden Aktivitäten enthalten sein:
-  Känguru füttern, Koala knuddeln, Seilbahn, Aussi BBQ
In der Beschreibung muss mindestens einer der folgenden Worte vorkommen:
- Thrilling, Breathtaking, Spectacular, Lifetime experience, Scenic, Complimentary
Jede Tour braucht mindestens eine Auszeichnung von irgendeiner Organisation und Kommentare zufriedener Kunden.

Und dann hat man erreicht, dass das Angebot komplett austauschbar ist und der Backpacker bei dem Überangebot von Optionen sich plötzlich entschließt den Tag lieber in der Hängematte zu verbringen und ein gutes Buch zu lesen. ;-)



Freitag, 21. März 2014

Fraser Island

Kleiner Nachtrag zu Brisbane: An meinem letzten Tag war ich im Romastreet-Park und habe über mir plötzlich 100e Spinnennetze mit den dazugehörigen Spinnen entdeckt. Hier das schönste Exemplar davon:

Weiter geht es nach Rainbow Beach. Das Gefühl, das mich beim Verlassen des Reisebüros beschlichen hat verstärkt sich als ich in Rainbow Beach ankomme. Das große "PeterPans"-Logo des Reisebüros prangt schon auf dem Hostel. Bei der "individuellen Beratung" habe ich offensichtlich das hauseigene Standardpaket bekommen. Und dieses ist eher für jüngeres Publikum gedacht. Das merke ich spätestens nachdem ich zum dritten mal von einem deutschen mit "Sie" angeredet werde und mich jemand fragt ob ich mit meiner Familie hier bin.
Eigentlich gibt es in Rainbow Beach auch nicht viel, es ist in erster Linie das Gateway zu den Fraser Island Touren. Zumindest gibt es hier einen schönen Strand und eine bemerkenswerte Düne

Carlo Sandblow
 Am Abend bekommen wir unsere Einweisung in die Fraser Island Tour inklusive Verhaltensweisen und Sicherheitsfilm, bei dem einigen schon Angst und Bange wird was wir hier gebucht haben.
Am nächsten Morgen werden wir auf acht Jeeps aufgeteilt (jeder mit 8 Leuten bestückt) und los geht es. Abwechselnd darf die drei Tage jeder der will mal fahren. Der erste Jeep bleibt bereits auf dem Weg zur Fähre im Sand stecken und muss mit vereinten Kräften wieder herausgeholt werden.
Der erste Stopp ist Lake McKenzie ein schöner Strand mit kristallklarem Wasser.
Lake McKenzie
 Abends am Campingplatz gibt es die nächste Unterweisung was bei den täglichen Abendpartys schon alles passiert ist... (Ich wiederhol`s lieber nicht ;-) ) Unsere Gruppe zählt zum Glück dann doch eher zu den etwas "ruhigeren". Außer einigen Briten die mal wieder nackt auf dem Tisch tanzen ist es ganz okay, es gibt lediglich einige stark verkaterte am nächsten Morgen. Allerdings muss man auch sagen, dass der Goon es in sich hat. Was ist Goon?!?! Goon ist billig(st)er Wein, der in Australien in 4-Liter Plastiktüten verkauft wird und vor allem bei Aborigins und Backpackern die aufs Geld achten müssen beliebt ist. Ich habe keine Ahnung was da eigentlich drin ist, aber der Moment zwischen "Ein Glas geht noch" und dem Absturz ist sehr sehr kurz, das merke ich am zweiten Abend...

Aber zurück zum zweiten Tag: Hier darf ich dann ans Steuer. Und nein, ich bin nicht steckengeblieben!!!
 Weiter geht es zu Eli Creek (den man sich heruntertreiben lassen kann) und dem SS Maheno Schiffswrack...

 ... weiter zu Indian Head...
 ... und Champagne Bay...
 bis wir am letzten Tag beim Hammerstone Sandblow und Lake Wabby ankommen.
Zurück im Hostel fällt die große Abschiedsparty größtenteils aus, da die Leute von den beiden letzten Abenden noch so müde sind, dass sie alle früh ins Bett gehen. (Keine Ausdauer mehr, diese Jugend von heute! ;-) )
Aktuell sitze ich noch in Rainbow Beach und warte auf meinen Nachtbus nach Airlie Beach.

Samstag, 15. März 2014

Eastcoast Teil 1

kleiner Nachtrag zu den Eigenheiten der Aussies:
- Während die Frauen vor allem abends zum Essengehen außerordentlich gut gekleidet sind sieht der Typ im Schlepptau meistens so aus als sei er gerade vom Surfbrett runtergefallen. Und besonders in Sydney sieht man viele Frauen mit einer auffallenden Backen-Lippen-Partie. Sie tragen extremst enge Hosen...

Von Sydney aus geht es mit dem Greyhoundbus durch die Nacht bis ich am frühen Morgen in Byron Bay ankomme. Die Busfahrt ist überraschend bequem, da die neuen Busse mit Ledersitzen, Ladesteckern und Wifi ausgestattet sind, so dass man die Zeit unterwegs sinnvoll nutzen kann. Leider erhöhe ich mal wieder den Altersdurchschnitt deutlich. Überhaupt sind vor allem an der Ostküste erstaunlich viel Leute nur geringfügig über 18 unterwegs. Das macht sich auch bei der Hostelbuchung bemerkbar: Während es in Südoastasien gereicht hat bei der Buchung einen kurzen Blick in die Ausstattung und Gesamtbewertung zu werfen und dann konnte eigentlich fast nix schiefgehen, so muss man in Australien die Beschreibungen und Bewertungen schon sehr genau durchlesen um herauszubekommen ob es Ruhezeiten gibt und ob die vielleicht sogar durchgesetzt werden. Das macht unter Umständen den Unterschied ob man nachts ein paar Stunden Schlaf bekommt oder plötzlich im Pool wieder aufwacht.

Byron Bay ist ein kleiner Küstenort, bei dem sich alles nur um eines dreht: Surfen. Konsequenterweise melde ich mich dann auch zu einem Surfkurs an, der aber leider aufgrund zu starker Brandung abgesagt wird.
Aber man kann seine Zeit hier auch mit Baden und Strandspaziergängen vertreiben... und mit der weiteren Planung: Nachdem man mir beim Kauf des Buspasses im Reisebüro schon gesagt hatte, dass Whitesunday Island die nächsten Wochen fast komplett ausgebucht sei und ein anderer Backpacker dasselbe gehört hat gehe ich dann doch mal in ein Reisebüro und versuche Fraser Island und Whitesunday Island zu buchen. Das Mädel meint es wird schwierig, tippt an ihren Computer rum und sagt mir: "Du hast Glück es gibt noch fünf Päetze, High Five!!" ANSCHLIESSEND fragte sie mich nach meinen Präferenzen (mehr oder weniger Party) und legte mir mehrere Broschüren vor, von denen ich mir eine Tour aussuche. Kurze mathematische Frage: Wenn bei einigen Dutzend Booten insgesamt nur fünf Plätze frei sind, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet bei der Tour die ich mir dann aussuche... aber lassen wir das. Mit Buchungsgutscheinen für die nächsten zwei Wochen und dem Gefühl gerade ein bisschen veräppelt worden zu sein, verlasse ich das Reisebüro wieder.




Weiter geht es am nächsten Tag nach Brisbane. Hier habe ich laut Greyhoundseite  zwei Busse zur Auswahl: Einen der um 8.00 losfährt und um 10.00 ankommt und einen der um 8.00 losfährt und um 11.00 ankommt. Natürlich nehme ich den mit zwei Stunden Fahrzeit. Umso erstaunter bin ich, als wir dann mit einer Stunde Verspätung ankommen (doch den falschen Bus erwischt?) noch erstaunter bin ich als die Hostelmutter mir sagt, dass sie mich noch gar nicht erwartet habe.... Des Rätsels Lösung: Bei der Sommerzeitumstellung macht Brisbane nicht mit ;-)

Mein "Hostel" in Brisbane ist der Hit, ein echter "Hidden Champion" (kleiner Insider ;-) ). Das merke ich bereits als meine obligatorische Frage ob man Handtücher ausleihen kann fast entrüsted erwidert wird, Handtücher sind bei ihr natürlich inklusive und liegen bereits auf dem Zimmer. So habe ich hier ein Einzelzimmer mit Kühlschrank und Schreibtisch und eigenem Waschbecken. Sogar Frühstückszutaten und Fertigsuppen werden bereitgestellt. Daraufhin verlängere ich meinen Aufenthalt zum ersten mal noch vor der ersten Nacht. ;-)

Brisbane selber merkt man eigentlich nicht an, dass es eigentlich eine Großstadt ist. Sehr viel Grünflaechen, eine bezaubernde Uferpromenade und genug Plätze zum Ausspannen und Relaxen prägen das Bild. Kulturell gibt es nicht soviel zu machen, aber das macht auch nichts. Zu erwähnen wäre das Brisbane Museum, welches umsonst ist und einen kleinen Überblick über die Stadtgeschichte gibt inklusive eine Fahrt mit dem historischen Aufzug auf den Uhrenturm. (Da könnte sich das Sydney Museum bei dem man 10 Euro zahlt um effektiv nichts zu sehen mal ein Beispiel nehmen).




Die Zeit in Brisbane nutze ich um schon mal mit den Planungen für Neuseeland anzufangen. Vor allem die Flüge. Ganz am Anfang in meinem Blog hatte ich mal die Befürchtung was mich bei der Buchung bei asiatischen Billigairlines erst erwartet wenn es schon bei Emirates so kompliziert ist. Um das nachträglich zu beantworten: Bei jeder der asiatischen Airlines war die Flugbuchung mit dem Smartphone eine Sache von Minuten, der echte Horror kam erst mit Air New Zealand. Offensichtlich ist man hier nicht nur geografisch am Ende der Welt. Nach mehreren vergeblichen Versuchen habe ich jetzt meinen Hinflug mit Quantas gebucht. Beim Weiterflug gibt es dagegen leider keine Alternative. Das einzige was ich nach mehren Buchungsabbrüchen geschafft habe, dass das Buchungssystem wohl eine übermäßige Nachfrage nach diesem Flug festgestellt hat und der Preis plötzlich hochgeht (Es lebe das YieldManagment.. ;-( ).

Übermorgen geht es weiter nach Rainbowbeach und von dort aus zu Fraser Island.

Sonntag, 9. März 2014

Sydney

Meine Schwester und Schwager haben ja schon einige Besonderheiten aus Australien aufgeschrieben
http://blog.katjaundwolfgang.de/2014/01/26/allerlei-zu-australien/
das möchte ich noch etwas ergänzen:

  • Essen: Einige sagen ja in Australien sind die Speisen nicht genug gesalzen. Das stimmt nicht ganz, sie haben bloß noch nicht herausgefunden WAS sie salzen müssen, Speisen oder Preise.
  • Ampeln: Alle Fussgängerampeln sind mit Drückknopf. Wenn man drückt heißt es aber nicht, dass die Ampelschaltung als Ganzes in irgendeiner Form beeinflusst wird. Wenn man allerdings nicht drückt, dann bleibt diese Fußgängerampel im nächsten Zyklus einfach rot auch wenn der Autoverkehr auch rot hat und steht. Auf diese Weise ist es unmöglich zu einer Ampel zu kommen die gerade zufällig grün zeigt, es sei denn vorher hat schon jemand gedrückt und wartet.
  • Wifi: wenn es mal freies Wifi gibt, dann muss man immer erstmal eine mehrseitige Nutzungsvereinbarung abnicken (lieben Dank auch an die Juristen)
  • Sprache: Es soll ja Leute geben die nach Australien kommen um englisch zu lernen.
    Warum ist mir ein Rätsel, die meisten Leute die man hier trifft scheinen aus Deutschland zu kommen (ist eigentlich überhaupt noch jemand zuhause?) oder wenn man mal einen Einheimischen trifft, dann spricht er ein lustiges Kauderwelsch aus dem man nur ein einziges Wort versteht: "fucking" das dafür aber mit schöner Regelmäßigkeit.
  • Vegemite: WAS ZUM TEUFEL IST VEGEMITE??? Ich habe es jetzt mehrfach probiert, ich bekomme es nicht runter! Ich glaube das ist die Rache der Briten.


Meinen ersten Tag in Sydney beginne ich mit einem kleinen Stadtrundgang durch die verschiedenen Viertel und über die Harbour Bridge. Hier wartet ein besonderes Erlebnis: Angeseilt kann man in einer geführten Tour über den Bogen der Harbour Bridge drüberlaufen. Ein echter Nervenkitzel und eine tolle Erfahrung.... die habe ich nicht gemacht, die war mir nämlich zu teuer. Aber man kann auch in eine der Pylonen hochsteigen was wesentlich günstiger ist und auch einen tollen Ausblick auf Sydney und die Opera bietet.
Harbour Bridge Climb

Blick von der Bruecke

Circular Quay at Night

Sydney  ;-)


Am nächsten Tag nehme ich an einer Tour durch die Oper teil. Ein eindrucksvoller Bau, der seinen Zeit- und Kostenrahmen am Ende derart überschritten hat, dass der Architekt gefeuert wurde. Apropos Berlin: In Sydney gibt es doch tatsächlich eine Currywurschtbude!


Natürlich darf auch ein Ausflug zum Bondi Beach inklusive Bad im Meer nicht fehlen.

Weiter geht es mit einer Tagestour zu den Blue Mountains. Übrigends ein schönes Beispiel wie man es schafft, in Australien einfachste Aktivitäten zu einer großartigen "experience" aufzublasen: In der Touristinfo lachen einen sofort ein Dutzend Broschüren von Tagestouren zu den Blue Mountains entgegen, angefangen von 79 bis 200 Dollar. Alle sind irgendwann mal von irgendjemandem ausgezeichnet worden. Nach kurzer Recherche merkt man dann, dass man auch mit dem Zug in die Gegend fahren und dann einen HopOn-HopOff-Bus nehmen kann. (49 $)  und wenn man sich dann noch kurz mit dem Imbissbudenbesitzer neben dem Busticketschalter unterhält erfährt man, dass man sich auch den Bus schenken kann und der ganze Tagesausflug dann bei 12.50 $ liegt. Und die sind der Blick auf die Blue Mountains definitiv wert und ein paar schöne Wanderungen gibt es in der Gegend auch.
Three Sisters

Blue Mountains

Wer mich ein bisschen näher kennt weiß, dass ich  mich für alte Industrieruinen interessiere. Da darf ein Ausflug zu Cockatoo Island nicht fehlen. Einst als Gefägnisinsel (ach was....) gebaut, beherbergte sie während des 2. Weltkriegs bis in die 80er Jahre eine Schiffs- und U-Bootwerft. Leider kommt man in die meisten Gebäude nicht rein... also offiziell meine ich ;-) .


Heute war ich dann zum Abschluss noch kurz im Sydney Museum. Ein kleines Stadtmuseum von einer erfrischenden Belanglosigkeit und aktuell sitze ich im Cafe des Museums of Contemporary Art, genieße den Ausblick auf den Hafen und das free Wifi und warte bis mein Bus geht. Für den weiteren Verlauf in Australien an der Ostküste entlang, habe ich mir einen Buspass gekauft der bis Cairns geht und beliebig viele Zwischenstopps erlaubt. Als nächstes Ziel hatte ich mir New Castle ausgesucht. ...wie zum Teufel bin ich eigentlich auf NewCastle gekommen ??!!... Wahrscheinlich weil es der nächstgrössere Punkt auf der Landkarte ist. Nach einem kurzen Gespräch mit meinem Roomate habe ich das wieder storniert (geht zum Glück mit dem Buspass problemlos) und fahre jetzt mit dem Nachtbus direkt nach Byron Bay.

Sonntag, 2. März 2014

Tasmanien

Eines gleich vorweg: Wer sich mit dem Gedanken trägt Work&Travel in Australien zu machen, sollte sich das gut überlegen. Ich habe hier so viele Horrorgeschichten gehört, von gestrandeten Backpackern, die teilweise schon ihre Kleidung verkaufen, von Flucht bei Nacht&Nebel, Ausbeuterjobs...

Nun bin ich also in Hobart in Tasmanien angekommen, dem südlichsten Punkt meiner Reise.
Hafen von Hobart

Wie gesagt, manche Gegenden sind einigen sofort sympathisch andere nicht. Das gleiche gilt auch für Hostels: Während das erste Hostel in Melbourne (ein altes Herrenhaus, leider waren die Matratzen noch aus dieser Zeit) aussah als hätte eine Bombe eingeschlagen und es jede Nacht Party bis 1.30 gab, habe ich gewechselt und das zweite Hostel in Melbourne erwies sich als absolutes Highlight auch von der Gegend. Und dann gibt es noch Hostels, bei denen kann man sich absolut nicht entscheiden. So zum Beispiel bei meinem aktuellen Hostel in Hobart. Hier ist sogar ein Labyrinthspiel inclusive. Anfang des letzten Jh. als Hotel gebaut und später nacheinander ein Krankenhaus, eine Bar und anderes wobei es jedesmal umgebaut wurde ist es jetzt voll von verwinkelten Gängen, zugemauerten Fenstern und Durchgängen. Ein paar Geheimnisse gibt es auch: zum Beispiel einen Raum, der nicht betreten werden kann, da die einzige Tür zugemauert ist. (Jaaa, ich habe als Kind zuviel Enid Blyton gelesen ;-) )
mein Hostel in Hobart

An meinem ersten Tag mache ich mich zum Mt. Wellington auf. Leider ist der Weg doch etwas weiter als angenommen, außerdem gerate ich in den Hinterhalt einer Brauerei, die natürlich besichtigt werden muss (inkl. Bierverkostung). Danach war nix mehr mit Bergbesteigung.
Mt. Wellington und die Brauerei mitten im Weg

Um Tasmanien zu erkunden habe ich mehrere Möglichkeiten (leider lassen die Öffis hier zu wünschen übrig):
- Eigener Mietwagen (flexibel und günstig, aber viel Planung und ich muss alleine fahren, da fast alle anderen Backpacker entweder arbeiten oder schon auf Durchreise sind)
- Gebuchte Tour (unflexibel, dafür kein Planungsaufwand)
- Tagestouren von Hobart aus (teuer und zeitaufwändig).

Nach kurzer Recherche entscheide ich mich dann für zweitere Option und buche eine 7tägige Tour. Die einzige für die es noch Plätze gibt ist auch schon am übernächsten Tag. Zum Glück ist mein Hostel aber so kulant, die bereits gebuchte und bezahlte Nacht zu verschieben (auch darin unterscheiden sich sympathische von unsympathisches Hostels!)

So machen wir uns zu neunt im Kleinbus zu einer Rundreise durch Tasmanien auf.
Wir fangen beim Mt. Field und den Russel Falls an. Dann geht es zu den Nelson Falls...
...Gordon Roiver ...
mein neuer Job



...Cradle Mountain ...


...Catacarat Gorge ...

wilder Wallabie

...Bay of Fires ...

...Blowhole ...
 ...Sonnenuntergang am Coles Bay ...

...Wineglas Bay ...

Meine Ärztin, mein Daumen und ich
(der kaputte Daumen kommt von keinem gefährlichen Tier, sondern von meinem Rasiermesser, das ich beim Wühlen in meinem Rucksack überraschenderweise gefunden habe. )

...eine Speedboattour um Tasman Islands ...



...und zum Schluss Port Arthur, einer ehemaligen Gefangenenkolonie. Hier machen wir die Ghosttour mit, die ganz nett aber nicht übermäßig gruselig ist.

Der letzte Höhpunkt ist der Tasman Devil Conservation Park, wo versucht wird den tasmanischen Teufel zu retten. Der Gute ist leider am Aussterben, da er unter einer seltsamen Form von Gesichtskrebs leidet. Außerdem können wir dort Känguruhs und Wallabies füttern.



Die Woche geht leider viel zu schnell vorbei (@Katja: Du hattest Recht gehabt: Eine Woche ist fast ein bisschen wenig Zeit für Tasmanien)

Zurück in Hobart kann ich mich immer noch nicht an die starken täglichen Temperaturschwankungen (teilweise 15 Grad Unterschied) gewöhnen. Heute geht es erstmal ins MONA (Museum of Old and New Art), eines der grösstes Privatmuseen welches viele sehr interessante Kunstobjekte und Installationen hat. So zum Beispiel einen Wasserfall der das Wasser in Form von Wörtern von sich gibt (von einem Nürnberger Kuenstler!) oder eine Verdauungsmaschine. Hinfahren kann man mit dem Museumeigenen Schiff, das im Stil eines Kriegsschiffes gestaltet ist.

Morgen werde ich einen zweiten Versuch zum Mt. Wellington machen, habe aber diesmal eine Route um die Brauerei herum ;-)  gewählt und übermorgen geht es schon wieder weiter nach Sydney.