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Freitag, 5. August 2016

Zurück nach Costa Rica

Die häufigste Frage, die ich nach meiner Weltreise zu hören bekommen habe war: "Wo hat es dir am besten gefallen?" Dies ist nicht zu beantworten. Aber am meisten beeindruckt hat mich die Arbeit mit den Tieren in Costa Rica. Deshalb bin ich noch einmal zurückgegangen und habe mich nochmal für ein paar Wochen verpflichtet.
unternehmenslustiges Faultierbaby

In der Auffangstation hat sich einiges geändert: Der alte Standort an der Karibik musste leider Hals über Kopf verlassen werden, weil dort ein Containerterminal gebaut wurde. Aber die Einrichtung hat einen Zufluchtsort in Turrucares in der Gegend von San Jose gefunden. Leider sind die Verhältnisse hier wesentlich beengter und auch nicht alle Tiere haben den Stress des Umzugs gut überstanden.
Lagom

Leider ist die Anzahl der Volunteers wesentlich grösser als beim letzten mal und der familiäre Flair ist ein bisschen verloren gegangen. Zumal dieses mal viele auch nur für ein paar Tage hier sind oder verwechseln es mit einer Ferienanlage mit angeschlossenem Streichelzoo.

Wer zum Arbeiten mit weißem Rock und Handtäschchen auftaucht hat noch eine steile Lernkurve vor sich. Wer am zweiten Tag mit den dreckigen Klamotten vom Vortag wieder auftaucht hat begriffen was los ist.
Verarzten eines Faultieres

Auch ist "Weil ich Tiere mag" zwar Voraussetzung aber nicht unbedingt hinreichend um hier froh zu werden. Das merken einige, die schon nach dem ersten mal Scheiße wegputzen buchstäblich die Nase voll haben.
ups...

Als ich ankomme bin ich zunächst sehr traurig, Mowgli das kleine Brülläffchen und die Faultiere Saharry und Snowball sind leider inzwischen verstorben. Dafür gibt es aber auch eine ganze Reihe neuer Tiere: Einen Haufen Zwergäffchen, ein paar Great Curassows und einen Olingo.
Marmorset

"Kevin" der Emu läuft auf einer Freifläche herum die auch als Wäscheplatz dient. Er ist war freundlich, kennt aber keine Form von persönlichen Raum. So kann es passieren während man seine Wäsche aufhängt, dass er plötzlich neben einem auftaucht und die frische Wäsche wieder von der Leine zupft.
Kevin

Einige Tierchen scheinen mich wiederzuerkennen. Wim und Simona die beiden Kapuzineräffchen kommen gleich an und auch Feluco das Brülläffchen, der deutlich gewachsen ist seit dem ich das letzte mal da war, will von mir auf den Arm genommen werden.
Feluco

Die Arbeiten sind ziemlich die gleichen geblieben, nur gebabysittet wird nicht mehr und es wird auch sehr darauf geachtet, dass die Volunteers mit den Tieren nicht mehr, als für die Rehabilitation nötig, direkten Kontakt haben.
Faultiere bei der Fütterung

Neben dem Arbeiten mit den Tieren sind dieses mal auch handwerkliche Fähigkeiten gefragt. Da die aktuelle Location nur eine Notunterkunft ist die die Station mieten konnte wurde bereits ein neues Grundstück in der Nähe gekauft, welches von den Freiwilligen mit großem Engagement vorbereitet wird.
Coco und sein Lieblingsspielzeug

So verbringe ich auch viel Zeit mit Maler- und Gärtnerarbeiten und helfe den lokalen Handwerkern beim Schweißen neuer Käfige.

Ich bin schon gespannt das neue Center im fertigen Zustand zu sehen, wenn ich in ein paar Jahren nochmal zurückgehe.
Marmorset

Feluco der Philosoph

Honigbär

Meine Schlafgelegenheit

Morning meeting


Sonntag, 6. Juli 2014

Als Volunteer in der Karibik

Das ich die letzten Wochen nichts von mir habe hören lassen hat einen guten Grund:
Ich bin in Limon als Volunteer auf einer Tierauffangstation (CostaRica Wildlife Sanctuary). Ich habe mit einfachsten Hütten, keinen Strom, kalten Duschen und erst recht nicht mit WiFi gerechnet. Tatsächlich gibt es hier hostelähnliche Zimmer, Strom, einen Pool und manchmal sogar Internet. Damit die Enttäuschung nicht zu groß ist: Die Duschen sind wirklich kalt ;-) aber das reicht auch, da es sich ohnehin nicht lohnt früh morgens duschen zu gehen da man im Laufe des Tages beworfen, angepinkelt (im günstigen Falle) und beklettert wird ;-)
Nachtrag: Poas Vulkan in Costa Rica

Herzlich empfangen werde ich gleich von vier  Hunden, allen voran Stripes der Stationsnervensäge (der leider nie müde zu werden scheint) und sechs anderen Volunteers.
Volunteerzimmer. Gelegentliche Affeneinbrüche inclusive

Was gibt es hier eigentlich für Tiere?
Da haben wir zunächst einmal die Kinkajous (Wickelbären oder Honigbären), die tagsüber meistens schlafen, aber wehe wenn nicht! Bei meiner ersten Begegnung mit ihnen musste man mich anschließend aus dem Käfig befreien, da sie die Bonbons in meiner Hosentasche witterten und nicht mehr von mir abließen. Eine ganz schlechte Idee ist es einen Regenmantel bei der Fütterung anzuhaben, da sie versuchen in jedes Kleidungsstück reinzukrabbeln.
Dann haben wir noch Spidermonkeys, Brüllaffen und Kapuzineräffchen. Letztere sind meine Lieblinge: Hier sollte man auf jeden Fall jemand dabei haben der sie ablenkt, wenn man in den Käfig muss (vor allem wenn man wieder raus will). Keinesfalls sollte man was in den Taschen haben, die beiden sind ausgesprochene Taschendiebe. Im Käfig selber ist man dann die Hauptattraktion und ehe man sich versieht bekommt man Obststückchen in den Mund gestopft. Ihr Lieblingsspiel ist etwas in die Hosentaschen zu stecken und dann wieder rauszuholen.
Simona und Wim. Zwei Ausbruchskünstler


Es gibt Billy den Nasenbär (der ausgesprochen übellaunig ist. Seit wir ihm aber ab und zu eine Krabbe im Käfig zum Fraß vorwerfen ist er wesentlich besser gelaunt.), Bambi das Reh, Papageien, zwei angriffslustige Tucans im Butterflygarden, Schildkröten, Eulen und eine Unmenge Faultiere.


der zweite verpasste mir in diesem Moment eine blutige Zehe

Amanda ein Spidermonkeyweibchen


Außerdem gibt es noch jede Menge Fledermäuse (in der Toilette), unmengen Moskitos, Ameisen, Ratten und Krabben (welche als Nahrungsergänzung für Billy dienen).

Unsere Aufgaben hier sind, den Tieren ihr Essen zuzubereiten und ins Gehege zu bringen, die Käfige zu reinigen, gelegentlich Spielzeuge für die Tiere zu bauen,
mein Spielzeug fuer die Papageien
Kapuzineraffen wieder einfangen und babysitten der Tierbabys die keine Eltern haben. Da hätten wir Feluco und Mogli zwei Brüllaffenbabys. Während der erste überaus aktiv ist, ist Mogli eher depressiv und braucht viel Zuneigung. Dafür ist Mogli auch der einzige der ganzen Brüllaffenbande, der von einem herunterklettern bevor er sich erleichtert.
Mogli

Daneben gibt es noch drei Faultierbabys: Snowball und Tito sowie Saharry. Während Snowball sehr lieb ist und gerne klettert und nur manchmal auf dem Arm genommen werden möchte, ist Tito ausgesprochen quengelig und versucht zu beißen. (Was bei der Geschwindigkeit von Faultieren kein wirklich gefährliches Unterfangen ist)
Snowball

Besonders spannend ist es zu sehen wie die Tierchen miteinander agieren, wenn Mogli auf einem Faultier reitet oder wenn die Kapuzineräffchen besonders sanft und behutsam ein Brüllaffenbaby anfassen.

Leider kann ich bis jetzt nicht all zuviel über die Vergangenheit dieses Ortes herausbekommen, aber das scheint hier früher eine Touristenattraktion gewesen oder zumindest als solche geplant worden zu sein. Darauf deuten ein prachtvolles Eingangstor hin, vollkommen überdimensionierte Küche und Speiseraum, ein Pool (zum Glück wieder reaktiviert) mit Planschbecken, unfertige und zugemauerte Duschen, eine große Schmetterlingsvoliere (ohne Schmetterlinge) und viele überwucherte Wege und Pfade.
Speisesaal

verlassenes Ausflugsboot

Weg zum Schmetterlingsgarten

Schmetterlingsgarten

Leider habe ich hier meine Kamera geschrottet und nur unzureichenden Ersatz gefunden. Also nicht wundern wenn die Bilder ab jetzt anders werden.
die anderen Volunteers

Die drei Wochen vergehen wie im Flug und so muss ich leider schon wieder Abschied nehmen von den vielen Tierchen. So schwer mir der Abschied auch fällt ich bin doch auch froh mal wieder Klamotten zu haben die nicht dauerklamm von der Luftfeuchtigkeit sind, von welligem Papier und Biotopen auf den Schuhen ganz zu schweigen. Mit dem Bus (genauer gesagt mit dreien) geht es runter bis zum Pazifik. Das klingt leichter als es ist, da jede Busgesellschaft ihr eigenes Busterminal hat welche quer über San Jose verstreut sind. Aber inzwischen bin ich safe and sound in Manuel Antonio angekommen und werde mir morgen den Nationalpark ansehen.

Einziger Nachteil meiner Arbeit: wenn ich jetzt Broschüren sehe in denen mit möglichen Affen- oder Faultierbeobachtungen geworben wird kann mich das nicht mehr vom Sockel hauen :-)

Donnerstag, 12. Juni 2014

costaricanische Sprachverwirrung

zugegeben diesmal war ich doch ziemlich nervös, da ich nicht wusste was mich bei dem Sprachkurs und der Gastfamilie erwartet. Andererseits redete ich mir ein, dass bestimmt keiner den Sprachkurs besucht der bereits perfekt spanisch spricht.

Am Flughafen soll ich von einem Fahrer abgeholt werden, der mich zu meiner Gastfamilie bringt. Der Fahrer verspätet sich allerdings und so warte ich eine ganze Weile. Sehr erfreulich: Mehrere andere Fahrer fragen mich ob sie mir helfen können und zwei bieten mir sogar ihr Handy an damit ich in der Sprachschule anrufen könne.

Schließlich taucht der Fahrer doch noch auf und bringt mich nach San Pedro, genauer gesagt in den Stadtteil Vargas Araya. Leider spricht meine Gastmutter keinerlei englisch und ihre Tochter Laura bloß ein bisschen. Aber gut, ich bin ja hier um spanisch zu lernen! Dafür sind noch zwei andere Sprachschüler hier untergebracht, so dass man sich auch mal englisch unterhalten kann wenn die Gastmutter gerade nicht hinhört.

In Costa Rica ist einiges anders, so besteht eine Adresse nicht aus einer ordinären Straße und Hausnummer sondern aus einer relativen Angabe zur einem markanten Punkt. So ist meine Adresse: "Am Si-Supermarkt 100  Meter West und 100 Meter Nord". Wobei die 100 Meter nicht wörtlich zu nehmen sind, sondern damit ein Häuserblock gemeint ist. (klar, hätte man auch drauf kommen können ;-) ).
meine Strasse in San Jose (sieht schlimmer aus als es ist)

mein Zimmer. Ab und zu schauen 2 Hunde und eine Katze vorbei

Leider ist gerade Regenzeit in Costa Rica. Übersetzt heißt das, dass morgens die Sonne scheint und es am Nachmittag plötzlich anfängt so stark zu schütten, so das selbst der beste Regenmantel nur noch als Notbehelf durchgeht. Mir gehen langsam die trockenen Sachen aus.

Wäsche trocknen auf costaricanisch
Am nächsten Tag wird uns der Weg mit dem Bus zur Schule gezeigt. Es gibt keine einheitlichen Busse und auch keine wirklichen Busnummern, sondern man muss auf den unterschiedlichsten Aufschriften auf der Frontscheibe das gewünschte Ziel finden und das möglichst schnell, den die Busse halten nur auf Handzeichen. (Kurzsichtige haben hier definitiv verloren). Im Bus drückt man dem Fahrer 255 Colones, umgerechnet 34 Cent, in die Hand und damit kommen wir auch schon zum zweitwichtigsten Bestandteil eines jeden Busses. Die Kasse! Sie besteht aus einer Schaumstoffbox, in der der Busfahrer die Münzen hat und das Wechselgeld schon mal vorsortiert. Wenn man Glück hat macht er das sobald er im Stau oder an der Ampel warten muss, wen man Pech hat, macht er das während des Fahrens. Wenn Ihr euch jetzt fragt was der wichtigste Bestandteil eines jeden Busses ist: Ein tragbares Autoradio aus der die Lieblingsmusik des Busfahrer dudelt (DAS sollte man bei unseren langweiligen Bussen auch mal einführen).
mein Bus

Man beachte die wichtigsten Bestandteile

Apropos Einführen: In der Schule müssen alle Neuen erst einmal einen Einführungstest machen, dabei bekommen wir ein paar Fragen gestellt und wenn das Fragezeichen im Gesicht noch nicht gleich am Anfang groß genug ist bekommt man noch ein Schaubild gezeigt zu dem auch noch ein paar Fragen gestellt werden. Nach drei Minuten steht fest: Glorreich komme ich in den Anfängerkurs. Groß ist allerdings die Freude, dass drei der Leute mit denen ich vor der Schule schon ins Gespräch gekommen bin, im gleichen Kurs sind.
die Sprachschule

meine Klasse

die Mitschüler

Der Unterricht geht jede Woche 20 Stunden, nach dem Spanischstunden werden auch noch kostenlose Koch- und Tanzkurse angeboten. Man bemüht sich in der Schule wirklich alles so angenehm wie möglich zu machen.

Lediglich mit der Praxis hapert es noch ein bisschen. So will ich meiner Gastmutter stolz erzählen, dass ich einen Kochkurs in der Küche hatte. Ihr entsetzter Blick darauf klärt sich zum Glück schnell auf. Statt von "cocina" (Küche) hatte ich wohl was von "cocaina" gefaselt.
der Hauptmarkt in San Jose

freundlicher Käfer unterwegs ;-)