Posts mit dem Label Neuseeland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Neuseeland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 10. April 2014

Franz Josef bis Nelson

Als ich in Neuseeland ankam war die Zeitverschiebung noch 12 Sunden, inzwischen nur noch 10 Stunden. Scheint also wirklich was dran zu sein an der Kontinentalverschiebung. Ich glaub wenn ich noch ein paar Wochen warte bin ich wieder zuhause ;-)  Tatsächlich haben wir in Neuseeland eine Woche nachdem in DE die Sommerzeit anfing auf Winterzeit gewechselt. Und das merkt man auch: Es ist herbstlich geworden in NZ. Die Bäume sind schon bunt und während man vor ein paar Wochen wohl noch das Problem hatte, dass alles ausgebucht war habe ich eher das Problem, das Hostels bereits geschlossen haben und Touren mangels Teilnehmer nicht stattfinden.

Auf dem Highway Nummer 6 geht es gehn Norden. Laut Lonely Planet einer der meistbefahrenen Straßen in Neuseeland. Offensichtlich gilt auch das nicht für die Nachsaison. Ich bin manchmal schon froh überhaupt ein anderes Auto zu sehen.

Das Autofahren klappt hier ganz gut. Gleichzeitige Umgewöhnung auf Linksverkehr UND Automatik ist eine gute Kombination, den jedesmal wenn man versucht ist zum Schaltknüppel zu greifen haut man mit der Hand gegen die Tür. ;-) Vor jeder Kurve steht die empfohlene Geschwindigkeit angeschrieben, was ganz praktisch ist, da es manchmal schwer ist von weitem die Kurve zu überblicken und einzuschätzen. (steht 25 da, sollte man in die Eisen steigen ;-) ) Ansonsten sollte man sich möglichst genau an die Geschwindigkeiten halten, ich erlebe es mehrfach, dass jemand von der Polizei rausgezogen wird. Einmal direkt vor mir nach einem Überholmanöver (made my day!). Manchmal scheint es aber schon, als ob die Kiwis zu viele Schilder haben: So taucht ganz unvermittelt ein Schild mit Hinweis auf die Umleitung auf (UMLEITUNG?!?! Es gibt hier nur diese eine Straße!!) und ein paar Kilometer weiter (wohlgemerkt auf derselben Straße) kommt das Schild "Umleitung beendet". Brücken sind in der Regel nur einspurig, aber das ist bei diesem Verkehrsaufkommen auch kein Problem.
Hier teilt man sich die Brücke nicht nur mit dem Gegenverkehr sondern auch mit dem Zug.

Der Neuseeländer hat die lustige Angewohnheit jede Pissrinne als Greek zu bezeichnen und mit einem großen Schild einen Namen zu geben. (Irgendwo hinter den Blue Pools gibt es jetzt auch ein "Dirk's Greek")
die Blue Pools

unterwegs

Nach  sechs Stunden Fahrt (mit einigen Pausen und kurzen Spaziergängen) komme ich an den berühmten Gletschern Fox und Franz Josef an.
meine Unterkunft am Franz Josef

Nachdem ich von Katja und Wolfgang  die Horrorstories vom Aufstieg auf den Gletscher gelesen habe bei dem einem die ganze Zeit die Hubschrauber über dem Kopf wegfliegen beschliesse ich, dass brauche ich nicht. Bevor ich mich lange darüber ärgere nehme ich lieber gleich den Hubschrauber (@Katja: Bitte nicht hauen ;-) )
auf dem Gletscher

Franz Josef von unten

In der Sache muss ich meiner Schwester aber zustimmen: Wenn man schon mal irgendwo anders einen Gletscher gesehen hat, sind die hier wirklich nichts besonderes. Und natürlich wird im Anschluss das obligatorische Foto gemacht, welches man käuflich erwerben kann.
(Off Topic: Bin ich eigentlich der Einzige, den diese ganzen offiziellen Fotos, nach jedem potentiellen Erlebnis langsam langweilen. Ich warte ja schon drauf, dass irgendwann selbst McClean ein Foto "zur Erinnerung an  dieses tolle Erlebnis hier bei uns" anbietet.)

Um die Familienehre wieder herzustellen: Nach dem Rundflug mache ich noch eine Tageswanderung am Fusse des Gletschers zu schönen Aussichtspunkten. Ach ja: Mir kommt doch tatsächlich jemand entgegen die mit FlipFlops auf den Gletscher will (bei manchen Leuten fragt man sich ja, wie sie es jemals geschafft haben überhaupt die Eizelle zu treffen...).
Einladung zum Picknick

Am nächsten Tag geht es weiter gehn Norden. Natürlich müssen die Pancake Rocks bestaunt werden. Eine Felsformation die aufgestapelten Pancakes gleicht. Wie es zu dieser merkwürdigen Form gekommen ist, ist immer noch nicht abschließend geklärt.
Pancake Rocks


Bis zum Abend schaffe ich es an der Nordküste der Südinsel genauer gesagt, in Nelson, anzukommen. Leider im Regen, aber das hält mich nicht davon ab eine Wanderung durch den Abel Tasman National Park zu machen.
Der olle Abel meint es gut mit mir: Am nächsten Tag hört es auf zu regnen. Ich stelle mein Auto am Parkeingang ab und lasse mich mit dem Wassertaxi bis zum Bark Bay bringen.
das Wassertaxi

Nachdem alle anderen bereits weit vorher aussteigen bekomme ich doch Zweifel ob ich mich mit der Strecke für die Tageswanderung überschätzt habe. Aber nein, die Strecke die laut Plan 6 - 8.5 Stunden dauern soll ist auch locker innerhalb 5 Stunden zu schaffen. Die Wanderung ist eine der schönsten: während man rechts die Berge hat sieht man links immer wieder das Meer.

Torrent Bay


Adele Island

Sonntag, 6. April 2014

Newzealand: von Christchurch bis Queenstown

So jetzt bin ich also doch Katastrophentourist (gell Katja ;-) ) geworden. Um ehrlich zu sein, dass sich Christchurch noch nicht ganz vom Erdbeben 2011 erholt hat wusste ich und bei der Fahrt um Mitternacht vom Flughafen zum Hostel sah man ziemlich viel stehende Gebäude. Wie schlimm es tatsächlich noch ist sehe ich erst am nächsten Tag: Zwischen den stehenden Gebäuden sieht man sehr viele Lücken wo einst Häuser standen. Und auch bei den stehenden Gebäuden sieht man erst beim Näherkommen die mehr oder weniger großen Schäden und, dass sie leerstehen.
zerstörte Kirche
Hier steht nur noch die Fassade



Zum Teil sehen die Geschäfte und Restaurants aus, als seien sie gestern erst verlassen worden. Zum einen streiten sich die Besitzer immer noch mit den Versicherungen, zum anderen ist der Boden unter den Gebäuden beschädigt und einige Häuser stehen sogar leer obwohl groß die amtliche Unbedenklichkeitbescheinigung an der Fassade klebt. An vielen Türen kann man man noch die Markierungen von der Suchkommandos sehen.

verlassene Boutique



Aber man merkt, dass es weitergeht: wie bei einem verbrannten Baumstamm aus dem wieder grüne Sprossen sprießen sieht man auch neue Gebäude und interessante Provisorien, z.B. die "re: START"-Shoppingmall, die aus Frachtcontainern besteht. Oder "Palatte Palace", ein Biergarten mit Kleinkunstbühne die aus alten Paletten gebaut wurde.
Container-Mall "re: START"

Palette Palace



weisse Stuehle im Gedenken an die Toten



In Christchurch treffe ich auch Steffi wieder die ich aus Tasmanien kenne. Gemeinsam fahren wir mit dem legendären Tranzalpine einer der schönsten Bahnstrecken der Welt durch die Alpen vom Osten nach Westen der Insel. Die Strecke ist wirklich sehenswert, selbst wenn es an der anderen Seite nicht viel gibt. Um genau zu sein: Greymouth, welches man innerhalb einer Stunde durch hat und dann wieder zurück fährt.


Blick aus dem Zugfenster



Um die weitere Südinsel zu erkunden hole ich mir diesmal einen Mietwagen, aber schon am ersten Tag merke ich, dass ich die Fahrzeiten vollkommen unterschätzt habe: Statt bis Dunedin mit einem Zwischenstopp in Oamaru komme ich nur nach Oamaru. Warum ich mir gerade dieses Nest ausgesucht habe werden wahrscheinlich die wenigsten verstehen können ;-) Hier gibt es das Steampunk HQ. (Wer nicht weiß was Steampunk ist: Steampunk ist kurz gesagt moderne Technik im Viktorianischen Stil. Hier mein eigenes, letztes Steampunk-Projekt:
http://noeldner.de/steampunk )
Leider hat das meiste im Museum nicht viel mit Steampunk zu tun, trotzdem ist es interessant, keine Frage.

Sie werden soo schnell erwachsen (snüf)

Und wo ich schon mal da bin: Abends kann man die Pinguine dabei beobachten wie sie aus dem Meer kommen und zu ihren Brutnestern watscheln. Ein wirklich unbezahlbares (im wahrsten Sinne des Wortes!) Erlebnis.

Meine nächste Station wird Queenstown. Eigentlich wollte ich erst noch zum Mount Cook, aber nachdem ich an der entsprechenden Abzweigung mitten im Regen stehe und es laut Einheimischer am Berg gerade nicht anders aussieht, fahre ich spontan gleich bis Queenstown durch. Die Landschaft unterwegs ist wirklich sehenswert und ich kann verstehen warum Lord of the Rings gerade in Neuseeland gedreht wurde. Queenstown ist sehr malerisch am See gelegen mit Bergen im Hintergrund und besteht zur Hälfte aus Touristen ;-) Und es ist abends schweinekalt!!
 Blick von Queenstown

Nun sollte man nicht nach New Zealand kommen ohne nicht mindestens einen der Sounds (die Norweger würden es Fjord nennen) gesehen zu haben. Leider liegen die ziemlich weit (Fünf Stunden einfache Fahrt) von Queenstown weg und darüber hinaus in einer "Sackgasse". (also fünf Stunden wieder zurück). Da ich keine Lust habe das selber zu fahren suche ich mal nach Tagestouren von Queenstown aus. Die gibt es und hauen einen vom Hocker..... also preislich meine ich.
(versprochen, das war meine letzte Bemerkung über die Preise hier ;-) )
Dafür sitzt man dann 10 Stunden im Bus ohne zu wissen, ob es am Sound überhaupt schönes Wetter hat.

Aaaber der wehrte Herr fährt natürlich nicht mit dem gemeinen Volk im ordinären Bus sondern geruhen zum Sound zu fliegen ;-)

Und das kam so: Auf einer Schnäppchenseite finde ich Rundflüge zum fast gleichen Preis wie die Tagestour und buche. Allerdings kommt ein Anruf, dass der Flug leider nicht stattfinden kann da ich der Einzige bin, man bietet mir aber an statt dessen zum gleichen Preis zum Milford Sound hin- und wieder zurückzufliegen und dazwischen eine Schiffsfahrt auf dem Sound zu machen. Dies hatte außerdem den Vorteil, dass der Flug nur bei schönem Wetter stattfindet man also sicher sein kann keine nasse Überraschung am Ziel zu erleben. Neuseeland aus der Luft ist eine großartige Perspektive! Die befürchteten Touristenmassen am Milford Sound bleiben aus. Zum einen weil bereits Nachsaison ist, zum anderen weil die Reisebusse erst ankommen, als wir schon wieder auf dem Rückflug sind.



 
Milford Sound

Milford Sound




diese Chinesen: die geilste Aussicht, aber erst einmal ein Nickerchen machen...


unsere Flugroute



In einem muss ich meiner Schwester und Schwager allerdings absolut Recht geben: WiFi ist noch schlimmer als in Australien!

Morgen werde ich meinen kleinen Kiwi aus der Tiefgarage holen und die Westküste nach Norden fahren. Mal schauen ob ich beim Franz Josef übernachte...