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Donnerstag, 2. Januar 2014

Vietnam

Leider ist mein letzter Eintrag schon eine Weile her, da ich in den letzten Tagen kaum zum Schreiben gekommen bin, aber das hole ich jetzt nach.
Überhaupt ist man in Vietnam im falschen Land wenn man ein bisschen Ruhe auf einer Parkbank haben möchte. Entweder wollen Leute etwas verkaufen oder Schüler und  Jugendliche Smalltalk machen um etwas englisch (in einem Fall sogar Deutsch) zu üben, was ja an sich sehr nett ist.
Großmarkt in Hanoi

Natürlich kann man Vietnam nicht ohne einen Abstecher zur berühmten Halong-Bucht machen. Diesmal habe ich mit dem Wetter mehr Glück. Ich erwische den ersten sonnigen Tag. Mit dem Schiff geht es dann für zwei Tage raus in die Bucht, welche aus fast 2000 "Inseln" besteht. Außerdem gibt es einen kurzen Wanderweg zu einem Aussichtspunkt (sofern man bei Treppenstufen von Wanderweg sprechen kann) , einen kleinen Sandstrand (für die paar, denen es immer noch nicht zu kalt ist) und eine sehenswerte Höhle (die man möglichst früh besuchen sollte wenn man auch nur ansatzweise die Chance haben möchte Fotos zu machen auf denen keiner ins Bild rennt). Auch meine Allgemeinbildung verbessert sich ungewollt, da mein Kabinengenosse leider keine Gelegenheit auslässt mir seine Ansichten über die Kriege der letzten Jahrhunderte stundenlang kund zu tun.




Danach geht es mit dem Bus zurück nach Hanoi und von dort mit dem Nachtzug nach Hue und dann mit dem Bus nach Hoi An.

Hoi An zählt zwar zum Unesco Weltkulturerbe, tatsächlich ist es aber voll von grösseren und kleineren Schneiderbetrieben, die einem auf Schritt und Tritt etwas verkaufen wollen, so dass man irgendwann reflexartig jedes "Hello Sir" mit einem "No thank you" quittiert. (Selbst wenn man ausnahmsweise nicht gemeint ist, sondern er in sein Handy spricht). Den Weihnachtsabend verbringe ich mit ein paar Leuten bei einem netten Abendessen und Cocktails.
Unterwegs

Straße in Hoi An

Lantern street


Reisfelder


Am nächsten Tag geht es nach Ho-chi-min-city, besser bekannt als Saigon. Ich dachte ja, das Verkehrschaos aus Hanoi ist nicht mehr zu toppen... doch, ist es! Abends geht es dann zum Essen in ein lokales Nudelsuppen-Restaurant in dem auch schon Bill Clinton gegessen hat (verflixt den einzigen Zusammenhang den ich zwischen den Wörtern Bill Clinton und Nudel hin bekomme hat nichts mit Nahrungsaufnahme zu tun...)
Saigon von der Rofftop-bar

Die weiteren Tage beschäftige ich mich mit der Vietnamesischen Geschichte. Sehenswert sind die engen Tunnel in denen die Vietnamesen sich vor den GIs versteckten. Einen Teil kann man selber begehen, aber man sollte keine Platzangst haben. Ich flüchte nach 10 Metern wieder ins Freie. Der andere wichtige Ort, den man sich ansehen sollte ist das Kriegsmuseum, das in schonungslosen Bildern zeigt was die Amis bei den Menschen mit Agent Orange, Phosphor und Napalm angerichtet haben. Ziemlich bedrückt geht es dann nach hause um am nächsten Tag mit dem Bus nach Kambodscha zu fahren. Aber davon mehr im nächsten Eintrag.
Höhleneingang


Montag, 16. Dezember 2013

Hanoi

Nachtrag zu Vientien:
An meinem letzten Tag statte ich dem COPE Zentrum http://www.copelaos.org einen Besuch ab.
Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die Opfern von Landminen, Clusterbomben und anderen UXO (unexploded ordnance) Prothesen zur Verfügung stellt und bei der Rehabilitation hilft. Laos ist nicht nur eines der ärmsten Ländern der Welt sondern auch das am meisten bombardierte Land. Der Hauptgrund ist, dass es ungünstig neben Vietnam liegt und die US-Bomber auf Ihrem Rückweg ihre ungenutzten Bomben über Laos abluden. Leider ist die USA immer noch eines der wenigen Ländern, die sich bis heute der Ächtung von Landminen nicht angeschlossen haben.
Prothesen im COPE Zentrum

Am nächsten Tag geht es dann nach Hanoi. Nachdem ich einige Horrorgeschichten über die 30stündige Busfahrt gehört habe, beschließe ich doch lieber das Flugzeug zu nehmen. Der Hauptstadtflughafen ist sehr überschaubar mit einer verschwindenden Anzahl von Flügen. (Der einzige Hauptstadtflughafen der noch weniger hat dürfte aktuell noch BER sein :-) )
Neue Regel: auch bei Kurzstreckenflügen vorher nach dem Wetter am Ziel erkundigen. Als ich am Gepäckband stehe fällt mir auf, dass ich der einzige mit kurzen Hosen und Sandalen bin. Und ich spürt auch wieso!

Der Vietnamese ist sparsam, so spart er sich beispielsweise jegliche symbolische oder englische Beschriftung, was meinen Plan möglichst viel auf Taxis zu verzichten und möglichst oft öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen doch etwas erschwert. Aber im Zweifelsfall zum grössten Pulk Einheimischer stellen und schauen was passiert. Im Bus spricht mich dann ein 15jähriger Junge an ob er mir helfen könne und bestätigt, dass ich richtig bin.
Die "Towers of Hanoi" hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt

Hanoi selber meint es leider bisher nicht gut, es ist ziemlich verregnet. Aber zum Glück gibt es einige sehenswerte Museen. Allen voran das Prisonmuseum, welches die Zustände während der französischen Kolonialzeit beschreibt. Lediglich Onkel Ho versetzte mich und lässt mich nicht in sein Mausoleum.
Mausoleum

Das Prisonmuseum


Inzwischen ist bereits mehr als ein Monat meiner Tour vergangen und alles lief erstaunlich problemlos. Gut, kommt vielleicht auch auf die Definition von "Problem" an. Ich habe auch Landsleute getroffen für die ein verspäteter oder überfüllter Minibus bereits eine mittlere Katastrophe darstellte und die 45 Minuten lang vor sich hinfluchend neben mir saßen.
An alle, die mir gesagt haben ich solle noch weniger Wäsche mitnehmen: Okay, Ihr hattet Recht gehabt.
An alle, die mir gesagt haben ich solle außer der Kamera alle Geräte zuhause lassen: Nöö, ich bin über jedes einzelne froh und es macht die Organisation und teilweise auch das Gepäck wesentlich leichter.

Straßenszene in Hanoi

Friseursalon

Fleischverkauf
PS: soeben wurde im Hostel ein Heizpilz aufgebaut. Bei den Temperaturen in Hanoi kommen ja fast weihnachtliche Gefühle auf :-)